North Atlantic Treaty Organisation

Am 4.April 1949 trat die North Atlantic Treaty Organisation (kurz NATO), auch als Atlantikpakt oder Vertrag von Washington bekannt, in Kraft. Sie ist ein Verteidigungsbündnis zwischen mehreren Parteien. Die teilnehmenden Mitgliedsstaaten sind dazu verpflichtet, sich gegenseitig im Falle eines militärischen Angriffes, dem sogenannten „Bündnisfall“, zu unterstützen.

Im Natorat sitzen Vertreter der Mitgliedsstaaten

Im Natorat sitzen Vertreter der Mitgliedsstaaten

Allerdings stellt dieses Szenario keine verbindliche Verpflichtung für jeden einzelnen Bündnispartner dar. Neben militärischer Unterstützung sind ebenso Hilfsleistungen, wie menschliche Versorgung oder medizinische Hilfe notwendig. Das Ziel der NATO besteht darin, das demokratische Prinzip weiter zu entwickeln sowie es zu verteidigen. Zudem soll „dauerhafte internationale Sicherheit“ gewährleistet werden. Ein Vertreter aus jedem Mitgliedsstaat bildet den NATO-Rat, welcher das oberste Organ darstellt. Den Vorsitz hat der sogenannte Generalsekretär, aktuell Anders Fogh Rasmussen aus Dänemark.

NATO im Kalten Krieg

Während des Kalten Krieges stand die NATO als westliches Militärbündnis dem verfeindeten Osten in Form der Sowjetunion („Warschauer Pakt“) gegenüber. Infolge der Berlin-Blockade 1948/49, einer ersten Vorstufe des Kalten Krieges, fand die Gründung statt. So versuchte die NATO dem gestiegenen Einflussbereichs der Sowjetunion entgegenzuwirken und einen demokratischen und wirtschaftlich gesunden Aufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg zu gewährleisten. Der Konflikt zwischen Ost und West spitzte sich immer weiter zu. Es kam zum Wettrüsten, gegenseitigen Bedrohungen und Lagern atomarer Vernichtungswaffen. Die Demonstration der jeweiligen militärischen und wirtschaftlichen Stärke war der Hauptanlass dafür. 1962 stand ein Krieg auf Basis dieser Vernichtungswaffen kurz bevor, nachdem beide Parteien Atomwaffen 1959 in der Türkei beziehungsweise 1962 in Kuba stationierten. Politische Verhandlungen bewirkten das gegenseitige Abziehen ihrer Waffen. Bis 1991, dem Zerfall der Sowjetunion, lief der Kalte Krieg, der seinen Höhepunkt 1962 in der Kuba-Krise fand.

Mitgliedsstaaten

Die NATO hat ihren Hauptsitz in Belgiens Hauptstadt Brüssel. Aktuell besteht sie aus 26 Mitgliedsstaaten.

  • Zu den 12 Gründungsmitgliedern zählen die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien, die drei Benelux-Staaten sowie Island, Dänemark, Portugal, Norwegen
  • 1952 stießen zwei weitere Nationen, Griechenland und Türkei, hinzu
  • 1955 folgte die Bundesrepublik Deutschland und 1982 Spanien
  • 1999 wurde die NATO um Ungarn, Polen und Tschechien erweitert
  • 2004 ergänzten das Militärbündnis Slowenien und die Slowakei sowie Bulgarien, Estland, Lettland und Litauen